Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)
Header-right
ESO-CERT PDF Drucken E-Mail

ESO-CERT Projektbeschreibung

  

Anwendung der Methode der standardisierten Kompetenzfeststellung und –zertifizierung in einem Anrechnungssystem der beruflichen Bildung – Eine Methode der Integration des ECVET  

 

 

Das Konzept von ESO-CERT verfolgt die Strategie der Bewertung von Kompetenzen nach einem vorgegebenen Bewertungsverfahren und basiert nicht auf der Bewertung von Maßnahmen der beruflichen Bildung. Es beruht auf dem Ansatz der Anerkennung von nachgewiesenen Kompetenzen einer Person unabhängig vom Weg des Erwerbs. Diese Anerkennung erfolgt für definierte Kompetenzen, denen sich inhaltliche Bildungscurricula zuordnen lassen. Diese Curricula ergeben den Bildungsaufwand, den eine durchschnittlich talentierte Person aufwenden muss, um die definierten Kompetenzen zu erwerben. Auf der Grundlage dieses Lernaufwandes und der Kompetenzbeschreibung  können den Kandidaten, die den Nachweis erbringen, dass sie über diese Kompetenzen verfügen, Credit Points zugewiesen werden. Da das Zertifizierungsverfahren die Kompetenzkonformität eines Kandidaten transparent nachweist, ist die Berechtigung gegeben, dieser Person die entsprechende Zahl von Anrechnungspunkten zu bestätigen. Damit ist das umzusetzende Verfahren ebenso konsequent output-orientiert wie der gesamte Grundansatz von ECVET.   Grundlage für die Untersuchungen im Rahmen des Projektes war ein Managementzertifikat mit der dazu entwickelten Kompetenzstruktur und Kompetenzbewertungsmethode, die in dem Leonardo da Vinci Pilotprojekt ESO-CSA entwickelt wurden. Ein in 26 Einzelkompetenzen definiertes Kompetenzprofil beschreibt, welche Kompetenzen der Zertifikatsinhaber nachweisen muss, um das Zertifikat zu erhalten. Für den tatsächlichen Nachweis dieser Kompetenzen wurden eine spezielle Methode und ein System von Werkzeugen entwickelt. Nachfolgend ist das Managementkompetenzprofil dargestellt:

Diese im Rahmen des Pilotprojektes ESO-CSA entwickelte Methode (CEMES-Methode) der output-orientierten Bewertung von beruflichen Kompetenzen von Managern in KMU kann in idealer Weise die Mechanismen im Bereich der Anrechnungssysteme für die Berufsausbildung (ECVET) unterstützen. Mit der Vergabe von Leistungspunkten für berufliche Kompetenzen liefert die CEMES-Methode gewissermaßen den Zielpunkt von ECVET auf der Seite der Nutzer und liefert gleichzeitig mit dem anerkannten Zertifizierungsverfahren das Werkzeug zur Bewertung dazu. Mit der Entwicklung einer EU-einheitlichen Zertifizierung von Managementkompetenzen wurden Instrumente und Methoden für die Bewertung des Kompetenzportfolios auf der Grundlage eines Credit-Point-Systems entsprechend ECVET entwickelt. Wie für ECVET werden Leistungspunkte zuerst für die gesamte Qualifikation vergeben. Die Punkte werden danach den einzelnen Einheiten entsprechend ihrer relativen Bedeutung hinsichtlich der Qualifikation zugeordnet.   Entsprechend der Empfehlung wird davon ausgegangen, dass eine Person, die eine Vollzeitqualifikation in einem formalem Lernkontext absolviert, 120 Leistungspunkte im Jahr erhält. Das im Rahmen des Projektes ESO-CSA entwickelte Zertifikat eines EMC-Masters erfordert einen tatsächlichen Lernaufwand von 3 Jahren und entspricht damit 360 Credit Points. Dieser Wert wurde empirisch durch die in das Projekt involvierten Bildungsexperten mehrerer Länder ermittelt und wird durch die Befragung von mehr als 400 Managern in 12 europäischen Ländern gestützt. Der EMC-Master verfügt dabei über insgesamt 26 Fachkompetenzen unterschiedlicher Ausprägungsgrade. Der Nachweis dafür wird durch ein 3-stufiges Kompetenzfeststellungsverfahren erbracht.   Bei der Definition der Units (Lerneinheiten) wurde von den Empfehlungen der Europäischen Kommission und den Empfehlungen in der deutschen Stellungnahme zum Konsultationsprozess ausgegangen: Eine Einheit ist die Gesamtheit der Kenntnisse, der Fähigkeiten und weiteren Kompetenzen, die einen Teil einer Qualifikation darstellt. Die Einheit kann der kleinste Teil einer Qualifikation sein, die evaluiert, validiert und eventuell zertifiziert werden kann. Eine Einheit kann sich auf eine oder mehrere Qualifikationen beziehen. Die Einheiten sollen eine überschaubare Größe haben und nicht zu klein gewählt werden.   Für den EMC-Manager wurden in Anlehnung an die definierten CSA die folgenden 6 Kompetenzbereiche identifiziert:

    (1) Strategie

    (2) Prozesse

    (3) Personal

    (4) Methodenkompetenz

    (5) Soziale Kompetenz

    (6) Finanzen.  

Für die Zuordnung der Credit Points zu diesen Kompetenzbereichen wurden unterschiedliche Verfahren angewendet:  

    1.  In 3 europäischen Ländern (Frankreich, Österreich und Deutschland) wurde der zeitliche Aufwand von          Bildungsmaßnahmen mit dem entsprechenden fachlichen Inhalt ermittelt und ins Verhältnis zum Gesamtaufwand für den EMC-Master gesetzt.

    2. Der (empirisch ermittelte) Ausprägungsgrad für die durch den Manager zu beherrschende Kompetenz wurde als Maßstab für den formellen Lernaufwand sowie die erforderliche Praxiszeit betrachtet.

Die Anwendung beider Verfahren führte zu annähernd gleichen Ergebnissen. Nach Zusammenführung (Mittlung) beider Ergebnisse ergab sich die folgende Verteilung der Credit Points auf die Lerneinheiten:              

(1)       Strategie                                 84                    Credit Points            

(2)       Prozesse                               67                    Credit Points            

(3)       Personal                                 44                    Credit Points            

(4)       Methodenkompetenz             48                    Credit Points            

(5)       Soziale Kompetenz               49                    Credit Points            

(6)       Finanzen                                68                    Credit Points    

Im Ergebnis des Projektes ESO-CERT wurde damit eine Methode der Zuordnung von Credit Punkten für Lernleistungen in der beruflichen Bildung entwickelt und eine Methode zur Anerkennung von Credit Points auf der Grundlage eines 3-stufigen transparenten output-orientierten Kompetenzfeststellungsverfahrens (CEMES) getestet.


 
Award
Leonardo da Vinci - Helsinki
Award 2006
Leonardo Logo